Orgasmus
Die Meldung: Orgasmus-Häufigkeit beeinflußt Lebenserwartung
Wales - Je häufiger ein Mann einen Orgasmus erlebt, desto besser ist er vor tödlichen Krankheiten geschützt. Das zeigt eine walisische Studie an über 900 Männern mittleren Alters. In den 80er Jahren waren sie erstmals medizinisch untersucht und befragt worden - auch über ihr Sexualleben. Etwa jeder Dritte gab an, 2mal oder öfter pro Woche einen Orgasmus zu erleben. Ungefähr jeder Fünfte war weniger als einmal pro Monat sexuell aktiv. Die übrigen Männer, rund die Hälfte, lagen irgendwo dazwischen.
Zehn Jahre später war von den Untersuchten etwa jeder sechste verstorben. Für die sexuell aktivsten Männer war diese Sterbequote jedoch nicht einmal halb so groß wie bei jenen, die nur selten einen Orgasmus erlebt hatten. Am deutlichsten zeigte sich das beim Herzinfarkt, etwas weniger ausgeprägt aber auch bei allen anderen krankheitsbedingten Todesfällen. Die Forscher kontrollierten auch andere Faktoren, die die Lebenserwartung beeinflussen: Gewicht, Blutdruck, Rauchen usw. Vieles spricht nach diesen Ergebnissen dafür, daß ein intensives Sexualleben die Ursache für eine längere Lebenserwartung ist. Der in manchen Kulturen immer noch verbreitete Glaube, mit jedem Samenerguß verliere der Mann einen Teil seiner Lebensenergie, ist grundfalsch.
Hintergrund-Infos: Orgasmus
Der Begriff "Orgasmus" stammt vom griechischen Wort "orgon" und bedeutet: "etwas heftig verlangen". Orgasmus bezeichnet den Höhepunkt des sexuellen Erlebens, meist (aber nicht immer) am Ende des Geschlechtsverkehrs. Der Orgasmus ist mit sehr intensiven und angenehmen Gefühlen verbunden, bei denen eine vorher aufgebaute Spannung und Erregung schlagartig abgebaut wird und in Gefühle von Wohlbehagen und Befriedigung einmündet. Beim Mann ist der Orgasmus fast immer verbunden mit einem Samerguß. Der Orgasmus dauert beim Mann nur wenige Sekunden. Bei der Frau kann er sehr viel länger anhalten, in seltenen Fällen bis zu einer halben Minute oder Minute. Darüber hinaus ist die Frau auch in der Lage, mehrere Orgasmen in kurzer Zeit hintereinander zu haben. Beim Mann tritt nach Orgasmus und Samenerguß zunächst eine sogenannte Phase der "Rückbildung" von Spannung ein, in der er altersabhängig für kürzere oder längere Zeit sexuell zunächst nicht erregbar ist.
Die Intensität des Orgasmus ist von Person zu Person unterschiedlich, und ebenso ist bei derselben Person der Orgasmus nicht immer gleich befriedigend, sondern hängt von vielen Faktoren ab: Erregung, Partner/in, vorherige Enthaltsamkeit, Dauer der sexuellen Betätigung, Streß, Gesundheitszustand, Müdigkeit, Alkohol usw. Ebenso verschieden sind die Reaktionen beim Orgasmus. Einige schreien, stöhnen, wimmern, andere sind eher still und äußerlich fast fast unbeteiligt. Auch Reaktionen des Kicherns oder Weinkrämpfe beim Orgasmus sind bekannt. Bei einigen kommt es zu starken Körperzuckungen, Reaktionen des Festklammerns, Kneifen oder Beißen des Partners oder der Partnerin.
Eine uralte sexuelle Legende ist der Glaube, daß beide Partner zur selben Zeit einen Höhepunkt erleben müssen. Manche Pärchen halten nur dies für einen "richtigen" Orgasmus und ein Zeichen dafür, daß man sexuell auch zueinander paßt. Sie bemühen sich darum, möglichst gleichzeitig "zu kommen", um das Ideal der "Verschmelzung miteinander", des "Ineinander-Aufgehens" zu erreichen. Ihre Bemühungen sind manchmal von Erfolg gekrönt. Tatsächlich ist es jedoch keinesfalls als Mißerfolg zu bewerten, wenn nur ein Partner einen Orgasmus hat, oder wenn der Höhepunkt des einen sehr viel später liegt als der des andern, sondern dies ist eher der Normalfall. Die unterschiedlichen männlichen und weiblichen Reaktionsweisen, die Nichtübereinstimmung von Rhythmus und Verlauf der Erregungskurve bei Mann und Frau sind normale und biologisch ganz natürliche Gegebenheiten (siehe unten: Die 4 Phasen der Erregung). Viele Orgasmus-Störungen kommen deshalb zustande, weil der Mann oder die Frau sich zu stark darauf konzentrieren, den Orgasmus bewußt herbeizuführen und dabei die sehr angenehmen Empfindungen durch den engen Körperkontakt vernachlässigt.
Die Masters & Johnson-Studie
Nähere wissenschaftliche Informationen über den Orgasmus, insbesondere über die im Körper im einzelnen ablaufenden biologischen Prozesse, stehen seit der berühmten Studie von Masters & Johnson zur Verfügung (veröffentlicht 1966: Die sexuelle Reaktion). Der amerikanische Gynäkologe William Howell Masters und seine Ehefrau Virginia Johnson veröffentlichen dort sehr viele vorher unbekannte Details über die Prozesse, die im menschlichen Körper während des Geschlechtsverkehrs ablaufen. Basis ihrer Untersuchung sind Messungen und Interviews mit Pärchen, die sich freiwillig gemeldet hatten und im Labor unter Kontrolle ihrer Körperfunktionen miteinander Geschlechtsverkehr hatten oder onanierten. Anfänglich gab es nur Befragungen und Messungen bei weiblichen Prostituierten, später jedoch auch bei anderen Männern und Frauen. Verwendet wurde für die Studie unter anderm ein künstlicher Penis, der zur Masturbation verwendet wurde, gleichzeitig aber viele Messungen durchführte und auch fotografische Aufzeichnungen machte. Einige ganz wesentliches Ergebnisse der Studie sind:
- Beim Orgasmus gibt es beim Mann ebenso wie bei der Frau vier Phasen, die sich deutlich voneinander unterscheiden lassen. Allerdings gibt es auch erhebliche Unterschiede zwischen dem männlichen und weiblichen Orgasmus. Die vier Phasen (siehe Grafik unten) lassen sich sowohl vom gefühlsmäßigen Erleben voneinander unterscheiden, es gibt aber auch sehr deutliche körperliche Merkmale (Blutdruck, Pulsfrequenz, Atemgeschwindigkeit). Die vier Phasen sind: 1.) Erregungsphase, 2.) Plateauphase, 3.) Orgasmus, 4.) Rückbildungsphase
- Auch Frauen können eine Ejakulation haben, bei der zum Teil sehr viel mehr Körperflüssigkeit abgeschieden wird als beim Mann
- Frauen sind "multi-orgastisch", d.h. sie können mehrere Orgasmen in kurzer Zeit hintereinander haben, überdies dauert der weibliche Orgasmus meist etwas länger als der des Mannes
- Bei den meisten Frauen ist die Reizung des Kitzlers (Klitoris) wichtigste Voraussetzung für das Erleben eines Orgasmus und weitaus bedeutsamer als Empfindungen in der Vagina durch rhythmische Bewegungen des Penis.

Die 4 Phasen sexueller Erregung
| Mann | Frau | |
| Erregungs- Phase | Erektion des Penis, Erhöhung von Blutdruck und Pulsfrequenz, bei manchen Männern: "sex-flush": Hautrötung erst am Unterleib, später in Nacken und Gesicht; häufig (aber nicht immer): Erektion der Brustwarzen | Feuchtwerden der Vagina ("Lubrikation"), die Scheide vergrößert sich im vorderen Teil, die Farbe verändert sich von hell- zu dunkelrot, Anschwellen der kleinen Schamlippen und rote Verfärbung; die Klitoris vergrößert sich; Erektion der Brustwarzen; "sex-flush": Hautrötung erst in der Magengegend, dann Brust und Nacken |
| Plateau- Phase |
ein bestimmter Grad der Erregung ist erreicht; die Aufmerksamkeit ist von der Umgebung weggelenkt; weitere Erhöhung von Blutdruck, Puls und Atmung | Rotfärbung der kleinen Schamlippen wird noch intensiver, nach einer bestimmten Zeit zieht sich die Klitoris unter ihre Vorhaut zurück und wird unerreichbar, noch stärkerer sex-flush, Aufmerksamkeitsverengung |
| Orgasmus | rhythmisches Zusammenziehen der Genitalgänge und Organe (Samenleiter, Samenblase, Prostata); Ejakulation: Hinausschleudern des Samen durch Samenleiter und Harnröhre - mit einer Geschwindigkeit von etwa 14-18 km/h. Die Spermamenge, die bei der Ejakulation ausgestoßen wird, beträgt meist 2-6 Milli-Liter, rund 200-500 Millionen Spermien | heftige Kontraktionen (Zusammenziehen und -lösen) der sogenannten "orgastischen Manschette" (das sich verengende vordere Drittel der Vagina), meist 3-12 Kontraktionen im Abstand von knapp 1 Sekunde, dann schwächer und in größerem Abstand; bei einigen Frauen: Ejakulation und Absonderung von Drüsenflüssigkeit; im Unterschied zu Männern können Frauen nach dem Orgasmus direkt wieder erregt werden und einen oder mehrere neue Orgasmen erleben |
| Rück- bildungs- Phase | schlagartiges Nachlassen der Anspannung; Rückbildung der Erektion, wobei der Penis zunächst noch eine gewisse Steife behalten kann; für eine gewisse (vom Alter abhängige) Zeit ist der Mann jetzt für sexuelle Reize unempfänglich | große und kleine Schamlippen nehmen ursprüngliche Form wieder an, Klitoris tritt wieder hervor, Brustwarzen-Erektion geht zurück, sex-flush verschwindet |
Der "G-Punkt"
Der deutsche Frauenarzt Ernst Gräfenberg berichtete 1950 über eine erotische Zone der Frau an der Vorderwand der Vagina, die bis dahin nur wenig Aufmerksamkeit von Medizinern und Wissenschaftlern gefunden hatte. Diese nach ihm benannte "Gräfenberg-Zone" (oder G-Punkt, besser: G-Zone, englisch: G-Spot) scheint besonders empfänglich zu sein für Reizungen. Darüber hinaus berichtete er auch über besonders intensive Ejakulationen der Frau, die gerade bei Reizung dieser G-Zone auftreten. Dabei handele es sich nicht um Urin, sondern um eine besonderes Flüssigkeits-Absonderung aus Drüsen an der Harnröhre. Gräfenbergs Aufsatz fand seinerzeit auch bei Sexualforschern wie Alfred Kinsey nur wenig Beachtung und wurde erst sehr viel später wiederentdeckt. Nach heutigem Stand der Forschung scheint festzustehen:
1.) Bei vielen, möglicherweise allen Frauen, dies ist wissenschaftlich bislang noch strittig, gibt es tatsächlich eine solche erotische Zone. Sie liegt etwa in der Mitte entlang der Harnröhre und kann in der Scheide auch mit dem Finger erfühlt werden.
2.) Wenn diese Stelle kräftig durch Druck oder Reiben gereizt wird, tritt zunächst ein Gefühl des Harndrangs auf, das aber bald in ein Lustgefühl übergeht.
3.) Die Zone schwillt dann durch Reizung erheblich an, wird fester und erreicht eine eiförmige Ausdehnung von etwa 1,5 mal 2 cm.
4.) Vielfach erfolgt durch die Reizung der G-Zone eine besonders ergiebige weibliche Ejakulation. Dabei handelt es sich nicht um Urin (allerdings kann Urin beigemischt sein), sondern um Absonderungen aus den sog. Skene-Drüsen, die rechts und links der Harnröhre sitzen.
5.) Viele Frauen berichten, daß sie bei Reizung des G-Punkt einen besonders intensiven Orgasmus verspüren und teilweise auch mehrere Orgasmen hintereinander erleben.
Orgasmusstörungen
Als Orgasmusstörung bezeichnet man das Ausbleiben des intensiven Höhepunkt-Gefühls trotz sexueller Aktivität oder ein nur schwaches Erleben des Höhepunkts, und zwar dann, wenn dies dauerhaft und über längere Zeit auftritt. Meist bedeutet dies, daß die sexuelle Erregung auf der Plateauphase bleibt, ohne in den Orgasmus einzumünden.
Im "Hite Report" (Hite Report - Das sexuelle Erleben der Frau, München 1977), der umfangreichsten Studie zum Thema Orgasmus aus den 70er Jahren, sagten 70% der Frauen, sie hätten Schwierigkeiten, beim normalen Geschlechtsverkehr mit einem Mann zum Orgasmus zu kommen. Auch eine deutsche Untersuchung (eine Umfrage des INRA-Instituts) kommt zu ähnlichen Ergebnissen: 75% der Männer haben beim Geschlechtsverkehr normalerweise auch einen Orgasmus, bei Frauen liegt diese Quote nur bei 29%. Und fast zwei Drittel der befragten Frauen (63%) sind der Ansicht, daß Männer immer noch nicht wissen, welche sexuellen Wünsche Frauen überhaupt haben. Fest steht, daß sehr viele Frauen nur durch eine intensive Reizung der Klitoris zum Orgasmus kommen bzw. daß dies der erfolgreichste Weg ist.
Orgasmusstörungen können körperliche Ursachen haben, was man beim Mann daran feststellen kann, wenn auch nachts oder morgens keine spontanten Erektionen und unwillkürlichen Samenergüsse ("Pollutionen") auftreten und wenn auch durch Onanieren kein Höhepunkt bzw. Samenerguß erreicht wird. Ursächlich dafür können Krankheiten sein wie Diabetes oder Tumore. Auch Medikamente können hier negativ einwirken. Am häufigsten sind jedoch psychische Ursachen: fehlende Zuneigung und sexuelle Attraktiktivität des Partners, falsche Techniken und Stellungen, die nur wenig erregen, unzureichende Berücksichtigung gegenseitiger Vorlieben beim Sex. Sehr häufig spielt auch eine Rolle, daß man sich extrem stark auf das Erreichen des Orgasmus konzentriert und nicht in der Lage ist, auch die sexuellen Aktivitäten vorher richtig zu "genießen".
In solchen Fällen wird geraten: Treiben Sie Sex, und nehmen Sie sich vor, keinen Orgasmus zu haben, sondern nur die Betätigungen vorher (Küssen, Zärtlichkeiten, Streicheln, Reiben, Lutschen, Penisbewegungen) richtig zu genießen und als lustvoll zu empfinden. Wenn es dann zum Orgasmus kommt, umso besser! Wenn nicht, lernen Sie das Gefühl kennen, daß auch Sex ohne Orgasmus sehr schön sein kann. In der Paartherapie von Masters & Johnson wird sogar ein regelrechtes Verbot des Geschlechtsverkehrs ausgesprochen ("Koitusverbot"), das erst nach einiger Zeit und vielen Partner-Übungen aufgehoben wird.
Auch (männliche) Vögel können einen Orgasmus haben
Der britische Biologe Tim Birkhead von der Universität Sheffield beobachtete bei Namibischen Büffelwebern (Bubalornis niger) jetzt erstmal Anzeichen dafür, daß auch Vögel einen Orgasmus haben. Der Forscher berichtete darüber im Fachjournal "Nature".Für ihre Studie brachten die Forscher Büffelweber in großen Käfigen unter und beobachteten sie bei der Paarung. Die Männchen klammerten sich dabei an das Weibchen, lehnten sich dann zurück und zitterten am ganzen Körper. Dieses Zittern, auf das regelmäßig eine Ejakulation folgt, deuten die Forscher als Orgasmus. Der Effekt zeigte sich sowohl bei Versuchen mit Weibchen-Attrappen als auch nach einer manuellen Stimulation der Männchen. Dabei rieben die Wissenschaftler das penisähnliche Organ der Vögel, das etwa 16 Millimeter lang ist und offenbar keine direkte Rolle bei der Begattung spielt, denn es fehlt ein Samenleiter. Allerdings erregt es nach Ansicht der Biologen die Büffelweber-Männchen. Auch die Weibchen haben ein ähnliches, mit durchschnittlich 6 Millimetern aber wesentlich kürzeres Organ. Tim Birkhead berichtete, daß die Weibchen keine Anzeichen für einen Orgasmus erkennen ließen.
Kuriositäten: Schmuckstücke für den Penis
In der vorletzten Ausgabe der AKTUELL hatten wir Ihnen gezeigt, wo Sie Ihren Penis in Marmor nachbilden und verewigen lassen können. In der letzten Ausgabe hatten wir dann einige sehr viel billigere und zugleich käufliche Penisse aus Schokolade präsentiert.
Vielleicht möchten Sie aber gar keinen Penis, sondern nur etwas Schmuck für Willy ? Kein Problem! Ankes Schmuck-Kreationen bieten für jeden Geldbeutel und Geschmack etwas Passendes, aus Gold oder Silber, schlicht oder auch etwas ausladender. Abgebildet ist das Modell "Macht der Unterwelt" (Teufel und Beil) aus 925er Silber zum Preis von 205 DM. Damit schinden Sie garantiert Eindruck. Aber schauen Sie sich doch einmal die komplette Kollektion an: Anke's Schmuck-Kreationen
