Aphrodisiaka oder Potenzmittel
Der Name "Aphrodisiaka" (in der Einzahl: das Aphrodidisiakum) ist abgeleitet von Aphrodite, der griechischen Göttin der Liebe. Bezeichnet werden damit alle natürlichen oder auch chemischen Mittel, die dazu dienen sollen, die sexuelle Lust und Potenz zu stärken oder die sexuelle Erlebnisfähigkeit (Intensität der Gefühle beim Orgasmus) zu steigern.
In letzter Zeit tauchte der Begriff häufiger in den Medien im Zusammenhang des Medikaments Viagra auf. Viagra ist jedoch kein Aphrodisiakum, sondern dient dazu, Erektionsstörungen zu beheben.
Aphrodisiaka gibt es als rezeptpflichtige Medikamente (z.B. Emasex, Yohimbin-Spiegel), die in den Gefäßen des Penis eine durchblutungssteigernde Wirkung entfalten können. Es gibt sie aber auch als Salben, die auf den Penis aufgetragen werden, als Tropfen oder Tee, den man einnimmt oder auch als Pflanzen-Extrakte oder Gewürze, die man ins Essen mischt.
Die Wirkung von Aphrodisiaka ist wissenschaftlich gesehen sehr zweifelhaft. Es ist zu vermuten, dass bei vielen ein sog. "Placebo"-Effekt vorliegt, d.h. wenn man dran glaubt, wirkt es auch, wenn man nicht dran glaubt, passiert auch nichts. Untersuchungen mit einer großen Zahl von Patienten, wie dies bei der Neuzulassung von Medikamenten üblich ist, liegen für Aphrodisiaka nicht vor.
Die bekanntesten Aphrodisiaka
Alkohol: Schon im Altertum war die sexuell anregende Wirkung von Alkohol bekannt, der - wenn man ihn nicht übermaßig genossen hat - das Verlangen steigert und in bestimmten Grad auch die Potenz erhöht, etwa als Fähigkeit, eine Erektion zeitlich sehr lange aufrecht zu erhalten bis zur Ejakulation, oder auch als Fähigkeit zu mehrfachem Geschlechtsverkehr.
Harmin: Diese Substanz, die aus der in Südamerika wachsenden Pflanze "Banisteria caapi" gewonnen wird, ist chemisch mit der Droge Mescalin verwandt. Sie soll Sinnestäuschungen hervorrufen und das Lustgefühl steigern.
Cantharidin: Bekannter ist diese Substanz unter dem Namen "Spanische Fliege", mit dem sie bisweilen trotz teilweise lebensgefährlicher Nebenwirkungen noch in Sex-Shops angeboten wird. Gewonnen wird Cantharidin nicht aus einer Fliege, sondern einem Käfer (Cantharis vesicatoria), der in Pulver zermahlen und dann mit Flüssigkeit vermengt getrunken wird. Die Wirkung beruht darauf, dass beim Urinieren eine sehr starke Reizung von Harnblase und Harnröhre eintritt, die zugleich auch meist eine lang andauernde und starke Erektion bewirkt. Von Geschichtswissenschaftlern wissen wir, dass viele prominente Persönlichkeiten die "spanische Fliege" auch ausprobiert haben: König Heinrich IV, Karl IX, Kardinal Richelieu und andere mehr. Der "Scharfmacher-Explosivstoff" kann bei häufiger Einnahme oder zu hoher Dosierung schwere Krankheiten hervorrufen. Unlängst meldete eine staatliche deutsche Untersuchungsstelle: "Das Sekret des metallisch grün glänzenden Käfers enthält das Nervengift Cantharidin. Diese Substanz führt nicht zu einer Steigerung der Lust, sondern zu schweren Harnwegserkrankungen."
Kokain und Opium: Bei beiden Drogen herrscht sehr starke Sucht- und Abhängigkeitsgefahr. Sie rufen nicht nur (oft angehme, bisweilen aber auch lähmende) Halluzinationen und Sinnestäuschungen hervor, sondern sollen auch die sexuelle Lust und das Erleben deutlich steigern.
Rote Bohne: Ein mexikanisches Potenzmittel, das aus dem Samen von Sophora-Pflanzen gewonnen wird und seit langer Zeit vielen Liebessubstanzen beigemischt wird.
Yohimbin: Diese Substanz wird heute bisweilen sogar von Ärzten bei Impotenz verordnet. Gewonnen wird Yohimbin aus der Rinde des westafrikanischen Yohimbe-Baumes. Bedeutendster Inhaltsstoff darin ist das Alkaloid Yohimbin. Es reizt die für die Erektion verantwortlichen Nerven. In einigen medizinischen Studien wurde sogar eine Zunahme der Orgasmen und der Erektionen festgestellt
Datura: Diese Substanz wird aus dem Stechapfel gewonnen. Die Sexualforscher Masters & Johnson berichten, dass viele Teilnahmer an ihrer Untersuchung sich nach der Einnahme von Datura nicht mehr an den Geschlechtsverkehr und Höhepunkt erinnerten. Die Idee, Stechapfel als Aphrodisiakum zu benutzen, stammt wohl von Lesern des südamerikanischen Schriftstellers Carlos Castaneda, der in einem seiner "Don Juan"-Bücher Zeremonien beschreibt, die auf der Zubereitung der Stechapfel beruhen. Schon 4-5 Gramm der Blätter können bei einem Kind zum Tod führen. Alle Pflanzenteile enthalten die hochgiftigen Substanzen, die Konzentration in den Samen ist am höchsten. Die Einnahme von Stechapfel ist lebensgefährlich und kann zu schweren Halluzinationen und Psychosen führen.
Bufotenin: Aus einer süamerikanischen Giftkröte wird dieser Stoff gewonnen, der erregungs- und erektionssteigernd sein soll, vor allem aber bekannt wurde als Bestandteil vieler Hexen- und Wunderheiler-Salben.
Paprika, Sellerie und Feldsalat
Natürliche Pflanzen und Gewürze werden von einigen auch als Aphrodisiaka betrachtet. Auf dem Buchmarkt, aber auch in Zeitschriften tauchen häufig Artikel auf, die auch behaupten, dass viele Gemüsepflanzen oder Gewürze bei höherer Dosierung auch als Potenzmittel wirken.
So findet man etwa auf der Homepage von "Menner-Honig" diesen Hinweis:
Der Genuß von Tomaten, Kartoffeln, Auberginen, Paprika und Chili soll sich positiv auf das Liebesleben auswirken. Selbst Kopfsalat und Feldsalat sind der Liebe förderlich. Den eingedickten Milchsaft des Lattichs, der Urform des Kopfsalates, verehrte man früher als Samenflüssigkeit der Götter. In der Pfeife geraucht, war er mit seinem morphinähnlichen Alkaloid ein sexuelles Stimulans. Feldsalat enthält ebenfalls opiatähnliche Stoffe, die för die Entspannung sehr aufgeregter Liebhaber sorgen. Sellerie, dessen Wurzel und Samen seit Jahrhunderten den Ruf haben, ein Wundermittel för den Mann zu sein, regt mit seinen ätherischen Ölen und insulinähnlichen Stoffen Drüsen und Stoffwechsel an. Möhren reizen nach Ansicht von Dioskur ebenfalls zum Beischlaf.
Die Zeitschrift "Öko-Test" meint ...
Die Zeitschrift Öko-Test meint zu Aprodisiaka nach einem ausführlichen Test von Kapseln, Cremes und Tropfen: "Nicht empfehlenswert"
Zitat aus dem Potenzmittel-Test in Heft 4, 1998: Potenzmittel gibt es nicht nur im Erotik-Supermarkt oder bei Beate Uhse, sondern auch in Apotheken, Drogerien, bei Quelle, Otto und Neckermann. Wir haben im März 1988 33 rezeptfreie Tropfen, Kapseln und Dragees eingekauft, außerdem neun Cremes für den Penis oder die Klitoris. Die meisten Kapseln soll man schlucken. Empfehlen können wir kein einziges Mittel, keine der Rezepturen wirkt sexuell anregend oder potenzfördernd. Einige enthalten einen ganzen Cocktail von Stoffen, von Koffein bis Ginseng. Sie mögen allgemein anregend wirken, haben aber mit Lust und Sex nichts zu tun.
Verschiedene Produkte sollen den Akt verlängern und den Samenerguß hinauszögern. Deshalb enthalten sie das örtliche Betäubungsmittel Benzocain, das normalerweise bei Hämorrhoiden verwendet wird. Weil es stark allergieauslösend ist, gilt es dort inzwischen als überholt. Wer trotzdem nicht davon lassen will, sollte zumindest ein Kondom benutzen, sonst kriegt auch die Partnerin eine Dosis ab. Cremes mit Nikotinsäureestern, Paprika- oder Cayennepfeffer-Tinktur können die Durchblutung von Penis oder Klitoris durchaus verstärken. Auf der Eichel oder Vaginalschleimhaut brennen sie aber unangenehm, auch allergische Reaktionen sind möglich. Ob solche Cremes die Erektion fördern, ist nicht belegt.
Die "Spanische Fliege", die in vielen Tropfen und Tabletten enthalten sein soll, ist ein Käfer. Aus ihm wird der Wirkstoff Cantharidin gewonnen, ein starkes Gift, das die Geschlechts- und andere Organe reizt und zu schweren Entzündungen führen kann. Deshalb ist der Wirkstoff in Deutschland nur in homöopathischer Dosierung erlaubt. Ob er in dieser Form für sexuelle Anregung sorgt, ist äußerst zweifelhaft. Sicher ist jedoch: Spürt man eine Reizung der Geschlechtsorgane, so ist das bereits Symptom einer Vergiftung.
Ein Extrakt aus Stierhoden wird manchen Produkten wohl wegen des männlichen Hormons Testosteron zugesetzt. Das Hormon spielt zwar eine Rolle für die Potenz, zum Stier wird dadurch aber gewiß keiner: Einem Gesunden bringt zusätzliches Testosteron nichts, und für einen Kranken ist die Dosis in den Potenzmitteln zu klein.
Aphrodisiaka: Die Welt der Liebes-Pflanzen
Um es gleich vorweg zu sagen: Wer nicht an die Wirkung der Liebes-Pflanzen und Kräuter, der Früchte und Wurzeln glaubt, der sollte sie auch gar nicht erst ausprobieren. Denn streng wissenschaftlich gesehen, gibt es keinerlei Belege dafür, dass pflanzliche Aphrodisiaka die sexuelle Lust fördern oder gar die männliche Potenz steigern. Die Stiftung Warentest kam unlängst (wie schon kurze Zeit zuvor die Zeitschrift ÖKOTEST) bei einem Test von Potenzmitteln zu dem Ergebnis "nicht empfehlenswert"!
Trotzdem: Der Wunsch nach lust- und potenzfördernden Mitteln ist uralt, ebenso alt wie die Rezepte und Mittelchen, die man aus Pflanzenblättern, Früchten und Wurzeln zusammenbraute. Vielen Naturprodukten wurde im Laufe der Geschichte eine sexuell förderliche Kraft zuerkannt: Casanova vertraute auf Austern, Shakespeare erwähnt in einer seiner Dramen die potenzfördernde Kraft der Kartoffel, Sperma galt im Mittelalter als Aphrodisiakum, und in Asien und Afrika werden Hoden von Widdern und Schafböcken auch heute noch geheimnisvolle Liebes-Kräfte zugeschrieben.
Alkohol - meist als Wein - galt schon im antiken Griechenland und im Alten Rom als Aphrodisiakum. Tatsächlich scheint Alkohol in geringen Maßen Lust und Potenz zu steigern, im Übermaß genossen bewirkt er jedoch das Gegenteil - bis hin zur männlichen Impotenz. Viele - bei uns gesetzlich verbotene - Drogen wie Kokain und Cannabis, Opium und Marihuana, gelten nicht nur als berauschend und ekstatisch, sondern ihnen wird darüber hinaus auch zugeschrieben, dass sie die sexuelle Erlebnisfähigkeit steigern oder die männliche Potenz nachhaltig steigern.
Einige bekannte und weniger bekannte pflanzlichen Aphrodisiaka stellen wir hier vor.
ACHTUNG: Einige dieser Substanzen können gesundheitsgefährlich wirken, einige sind bei uns gesetzlich verboten.
Alraune (Mandragora officinarum)
In der Bibel werden die Früchte der Alraune als "Liebesäpfel" bezeichnet und auf vielen Gemälden, die die Göttin Aphrodite oder Venus zeigen, hält diese einen Liebesapfel in der Hand. Man findet die Alraune in den Ländern rings ums Mittelmeer. Die goldgelben Früchte sind im Monat Mai reif und können dann verzehrt werden. Entgegen landläufiger Meinung sind sie nicht giftig und schmecken sehr fruchtig, ein wenig nach Tomate. Die Frucht enthält sehr viele Alkaloide, Stickstoff-Verbindungen, die auch in vielen schmerzlindernden Natur-Arzneimitteln vorhanden sind. Alraunen gelten nicht nur als sexuell anregend, sondern wurden im Alten Rom von vielen Frauen auch zur Erhöhung ihrer Fruchtbarkeit verzehrt.
Basilikum (Ocimum basilicum)
Basilikum ist vielen von uns bekannt als Bestandteil des italienischen Gerichts "Spagetti al paesto", wo es zusammen mit Koblauch zu einer Paste verarbeitet wird. In der Antike galt Basilikum als "Königskraut", das allerlei magisch-heilende Wirkungen erzeugen kann, unter anderm auch, verlorene Manneskraft und Potenz wieder herzustellen. Griechische Dirnen parfümierten sich mit dem Extrakt vieler Kräuter, unter anderm auch von Basilikum.
Coca (Erythroxylum coca)
Blätter des aus den südamerikanischen Anden stammenden Coca-Strauchs werden in Asien oder Südamerika zusammen mit etwas Kalk zusammengerollt und dann langsam im Mund gekaut. Aus Coca wird auch die bei uns gesetzlich verbotene Droge Kokain gewonnen, und Coca ist ebenso - in ganz geringem Umfang - in Coca-Cola enthalten. Nachgewiesen ist die schmerzstillende Wirkung, im 19.Jahrhundert wurde Coca zur Betäubung bei zahnärztlichen Eingriffen verwendet. In vielen Ländern Asiens und Südamerikas kauen die Bauern während der Arbeit Coca-Blätter, da dies auch Hungergefühle vertreibt. Kokain wird trotz des gesetzlichen Verbotes und der Suchtgefahr heute vielfach auch geschnupft, um die sexuelle Potenz und Erlebnisfähigkeit zu steigern.
Durian (Durio zibethinus)
Wer schon einmal in Thailand oder Sri Lanka einen Markt besucht hat, kennt die dort verkaufte, bis zu 50cm große stachelige Frucht sehr gut. Und er wird sich vielleicht darüber gewundert haben, dass diese Frucht trotz ihres üblen Geruchs so beliebt ist. Durian wird von Einheimischen tatsächlich auch als "Stinkfrucht" bezeichnet. Unter der stacheligen Haut, die den sehr unangenehmen Geruch hervorruft, steckt allerdings ein hervorragend schmeckendes Fruchtfleisch, dem viele Genießer - zumindest in Asien - auch nachsagen, dass es sexuelle Lust und Verlangen nachhaltig steigert.
Engelstrompete (Brugmansia)
In den letzten Jahren wurde die Engelstrompete immer häufiger auch in Europa angebaut und ihre Samen als Droge konsumiert. Der Genuß ist jedoch (wegen der starken Alkaloide) überaus gefährlich und es kam in Deutschland schon zu tödlichen Vergiftungen! Wer die Blüten einmal im Zimmer stehen hatte, wird sich an den wohlriechenden, aber auch fast betäubenden Duft erinnern, den die Blüten zunächst unbemerkt ausströmen. In Südamerika wird dem Samen einigen Getränken beigemengt, die dann als "Liebestrank" bei Festen ausgeschenkt werden. Relativ gefahrlos ist der Genuß der getrockneten Blätter der Engelstrompete, die man - wenn man es denn mag - anstelle von Tabak verwenden kann.
Fliegenpilz (Amanita muscaria)
Der Fliegenpilz wird von vielen als tödlicher Giftpilz wahrgenommen, doch das stimmt nicht so ganz. Zwar kommt es oftmals beim Verzehr des Pilzes zu Übelkeit und Erbrechen, doch tödlich ist sein Genuß nicht. Auch verschwindet die Übelkeit nach kurzer Zeit wieder und die psychedelische, sinnesberauschende Wirkung setzt ein. Viele berichten auch über eine Steigerung der sexuellen Lust. Fliegenpilze werden in getrocknetem Zustand gegessen oder auch geraucht. Und es gibt sogar in Apotheken eine aus dem Pilz gewonnene Tinktur zu kaufen. Die berauschende Wirkung beruht auf dem sog. Museimol, das bei der Trocknung und Lagerung des Fliegenpilzes entsteht.
Ginseng (Eleutherococcus senticosus)
Der Sibirische Ginseng liefert Substanzen, die als Grundlage vieler pflanzlicher Arzneimittel dienen, denen aber auch eine Erhöhung der Vitalität und Energie und sogar eine lebensverlängernde Wirkung nachgesagt wird. Es gibt Nachzüchtungen des Ginseng, aber nachhaltige Wirkungen sollen nur wildwachsende Exemplare innehaben, die heute äußerst selten sind. Von daher ist zu vermuten, dass nicht alle Pillen, Salben und Extrakte, auf denen "Ginseng" steht, auch tatsächlich echten Ginseng enthalten. Ob die aus den Wurzeln der Pflanze gewonnenen Substanzen tatsächlich das sexuelle Verlangen nachhaltig steigern - viele glauben fest daran.
Granatapfel (Punica Granatum)
Die Göttin Aphrodite erscheint recht häufig auf Gemälden mit einem Granatapfel in der einen, eine Blüte des Granatapfelbaums in der anderen Hand - ein sehr deutlicher Hinweis auf die sexuell stimulierende Wirkung. In der Antike wurde aus Granatäpfeln Wein gekeltert, der bei vielen Festen als Liebestrank genossen wurde. Wer einmal die Insel Zypern besucht hat, wird sich erinnern, das hier besonders viele Granatapfelbäume wachsen. Der aus den Früchten gewonnene Saft ist besonders gesund, weil er sehr viel Vitamin C enthält. Manche schwören aber auch auf die anregende Wirkung beim Liebesleben.
Hanf (Cannabis)
Hanf liefert jene Drogen, die wohl weltweit am meisten konsumiert werden. Aus dem Harz der Pflanze wird Haschisch gewonnen, aus den weiblichen Blüten Marihuana. Hanf wurde im Mittelalter schon als Arzneimittel verwendet und ist in der Chinesischen Medizin heute noch ein wichtiges Mittel gegen viele Krankheiten. Im alten China stellte man aus Hanfblättern Papier her. Hanf wird als Droge meistens geraucht, manche lösen die Substanzen aber auch in Tee auf oder backen Plätzchen damit. Viele Anhänger sind der Meinung, dass Cannabis nicht nur die seelische Stimmungslage positiv verändert, sondern auch sexuell überaus anregend ist.
Ingwer (Zingiber officinale)
Ingwer gilt in der Indischen Medizin (Ayurveda) als eine ganz besonders wichtige Arzneipflanze: Sie wird bei einer Vielzahl von körperlichen Erkrankungen, aber auch bei psychischen Störungen eingesetzt. Bei uns ist Ingwer ein Gewürz, das bei vielerlei Haupt- und Nachspeisen zur Anwendung kommt, verwendet werden dabei kleine Stücke der Ingwer-Wurzel. In China und Indien gilt Ingwer aber auch als Aphrodisiakum, das die Lust erhöht und das sexuelle Erleben steigert.
Kakao (Theobroma cacao)
In Mexiko bezahlte man früher die Prostituierten nicht mit Geld, sondern mit Kakao-Bohnen. Heute wird Kakao eher mit Schokolade in Verbindung gebracht, die aus den gemahlenen Bohnen (dem Samen des Kakao-Baums) hergestellt wird. Kakao wächst in den Tropen, viele Fernreisende werden schon beobachtet und fotografiert haben, wie die einheimischen Bauern die Bohnen direkt an den Rändern der Asphaltstrassen trocknen lassen. Kakaobohnen enthalten neben Koffein auch den Stoff "Phenethylamin", eine Substanz, die auch im menschlichen Körper produziert wird, und zwar besonders umfangreich dann, wenn man gerade verliebt ist. Diese Botenstoffe der Liebe sollen auch die Wirkung als Aphrodisiakum erklären: sexuelles Verlangen und Begehren.
Meerrettich (Armoracia rusticana)
Meerrettich ist bei uns vor allem in der Küche bekannt, als schärfende Zutat für Saucen oder Pasten, als Verfeinerung von Senf oder Sahne. Wegen des im Naturzustand sehr scharfen Geschmacks gilt Meerrettich aber auch als Aphrodisiakum - "es macht scharf". Meerrettich ist aber darüber hinaus auch sehr gesund, weil die lange (phallus-ähnliche) Wurzel besonders viel Vitamin C und das sehr seltene Vitamin K enthält.
Mohn (Papaver)
Mohn ist, wie viele sicher wissen, Ausgangsstoff für die Herstellung von Opium, das in der Medizin immer noch in schweren Fällen als Schmerz- und Betäubungsmittel verwendet wird, das aber vor allem als Rauschgift berühmt wurde. Opium wurde nicht erst in chinesischen "Opium-Höhlen" aus der Pfeife geraucht, sondern schon weit früher, insbesondere im Orient aus Wasserpfeifen. Opium gewinnt man übrigens nicht aus dem Samen (der für den harmlosen Mohnkuchen verwendet wird), sondern aus dem eingedicketen, milchigen Saft der Kapseln. Opium gilt nicht nur als eines der stärksten Rauschgifte, sondern durch seinen Bestandteil "Papaverin" auch als besonders wirksames Aphrodisiakum: Papaverin wurde stellenweise bereits mit Erfolg zur Behandlung von Impotenz verwendet.
Petersilie (Petroselinum crispum)
Petersilie ist in Deutschland das wohl am häufigsten verwendete Gartenkraut, das zu Petersilie-Kartoffeln ebenso gehört wie in Suppen und Salat-Saucen. Und dieses Kraut soll sexuell erregend sein? Tatsächlich wird Petersilie zu den Aphrodisiaka gezählt, allerdings sind nicht die Blätter wirksam, sondern die Petersilie-Wurzel, die es in der Apotheke ebenso wie im guten Feinkostgeschäft zu kaufen gibt. Die Wurzel enthält hohe Anteile von ätherischen Ölen, die wiederum hauptsächlich aus "Anethol" bestehen, eine berauschende Substanz. Eine Speise, zubereitet aus einer großen Menge an Petersilie-Wurzel kann zwar auch körperlich unangenehme Begleiterscheinungen hervorrufen, soll jedoch sexuell sehr anregend sein und das Verlangen steigern.
Pfeffer (Piper)
Pfeffer war ursprünglich in Asien, insbesondere in Indien sowohl als Medizin, wie auch als Gewürz und auch als Aphrodisiakum gebräuchlich. Durch Alexander den Großen fanden die Pfeffer-Körner ihren Weg nach Europa. Auf vielen Südseeinseln gibt es eine spezielle Pfeffersorte, die nur als Rauschmittel in einem Getränk Verwendung findet: der sog. "Rauschpfeffer" oder "Kava-Kava", biologisch: Piper methysticum. In Deutschland bekommt man Kava-Kava in vielen Reformhäusern und Bioläden. Der bei uns gebräuchliche Schwarze Pfeffer hat kaum berauschende oder sexuell anregende Wirkung.
Vanille (Vanilla planifolia)
Die Vanille stammt aus den Regenwäldern Mexikos, wo sie den dort ansässigen Indianern als heilige Pflanze galt. Aus den Schoten wurden dort auch kakaoartige Getränke hergestellt, die bei Festen als Aphrodisiakum getrunken wurden. Vanille wird als Pulver durch Verreiben von Vanille-Schoten gewonnen und ist bei uns berühmt geworden als aromatische Zutat von Eis, Pudding und Cocktails. Dass Vanille auch als Aphrodisiakum wirkt, führt man auf das ungeheuer intensive Aroma zurück, das bestimmte Duftstoffe, sogenannte "Pheromone" enthält, die beim Menschen ursächlich sein sollen für sexuelle Lust und Erregung. Pheromone werden im menschlichen Körper produziert und eher unbewußt oder unterbewußt wahrgenommen.
